 Nagelfluh |
Nagelfluh – im Allgäu auch „Herrgottsbeton“ genannt – ist ein betonartig festes Gestein, das im Allgäuer Alpenvorland weit verbreitet ist. Es besteht aus größeren und kleineren rundlichen Geröllen („Flusskieseln“), die auf natürliche Weise verkittet worden sind und somit einen zwar porigen, aber doch recht festen Stein bilden.
Die Entstehung des Nagelfluh begann vor etwa 30 Millionen Jahren, in der Tertiärzeit. Damals gab bereits die Allgäuer Alpen, aber die hohen Berge lagen – im Vergleich zu heute - deutlich weiter im Süden. Im Alpenvorland breitete sich ein großes, dich bewaldetes Tiefland aus, eine riesige Flussebene, die sich vom Rand der Alpen bis über die Donau hinaus nach Norden erstreckte. Rasch fließende Alpenflüsse brachten Schlamm, Sand und rundgerollte Steine von Süden her aus den Bergen mit. Das gröbste Material blieb am Fuße der Berge liegen, wo nach und nach riesige nach Norden abfallende Kiesfächer entstanden.
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Mit der Zeit verkittete der im Grundwasser liegende Flusskies, bis er schließlich betonartig fest war. Als die Alpen im Laufe von Jahrmillionen immer weiter nach Norden vorrückten, wurden diese alten Flussablagerungen zunehmend eingeengt, schließlich gefaltet und kräftig angehoben. Flüsse, wie die Konstanzer Ach und die Weissach, haben diese Gesteine im Laufe der Zeit stark abgetragen. Die zwischen den Nagelfluhbänken eingelagerten feinen Sandschichten, die schneller auswittern, bilden die charakteristische Rippenstruktur der Nagelfluhgebiete.
Fehlende Frostbeständigkeit und geringe Verwitterungsresistenz verhindern weitgehend eine technische Nutzung. Der Regionalname des Konglomerates (lat. Conglomerare „zusammenballen“) nimmt Bezug auf die „nagelkopfartig“ aus der Fluh (Felswand) herausschauenden Gerölle. Im Bereich des Naturparks Nagelfluhkette spiegelt die Nagelfluhkette mit dem Hochgrat als höchsten Berg (1834 ü NN) dieses gewaltige Naturereignis wieder.
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 Die Nagelfluhkette ist eines von Bayerns schönsten Geotopen |
Am Sonntag, den 21.9.2008, wurde die Nagelfluhkette als eines von insgesamt 100 Objekten im Rahmen der Initiative "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet.
Grund für die Auszeichnung ist - natürlich - der Nagelfluh, der innerhalb Bayerns im Naturpark die schönsten Ausprägungen zeigt.
Im Rahmen eines Festakts wurde auf der Bergstation der Hochgratbahn eine neue Informationstafel eingeweiht, die über die geologischen Besonderheiten der Nagelfluhkette informiert.
Auf Anfrage des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hat sich der Naturpark gerne bereit erklärt für das "Geotop Nagelfluhkette" die Patenschaft zu übernehmen.
Weitere Informationen über die Geologie der Nagelfluhkette finden sie unter: http://www.lfu.bayern.de/geologie/fachinformationen/geotope_schoens
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 Glossar: Was sind Geotope |
Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und des Lebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile. (Definition gemäß Ad-hoc-AG Geotopschutz 1996)
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